Warum du mehr kannst, als du denkst – und wie du es endlich nutzt

Viele Menschen schöpfen ihr Potenzial nicht voll aus. Nicht, weil sie nicht talentiert genug wären, sondern weil sie sich selbst unterschätzen. Der Grund dahinter? Eine geringe Selbstwirksamkeit – also der Glaube an die eigenen Fähigkeiten, Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

Du hörst lieber statt zu lesen? Hier gibt es die zugehörige Podcastfolge in meinem Podcast „Study & Grow“

Folge vom 18.03.2025: warum du mehr kannst, als du denkst – und wie du es endlich nutzt

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Überblick

1. Meine persönliche Erfahrung mit Selbstwirksamkeit

Ich erinnere mich noch genau an den Tag meiner Prüfung. Meine Hände waren eiskalt, mein Herz schlug so laut, dass ich dachte, jeder um mich herum konnte es hören. Mein Kopf war leer – und tief in mir wusste ich: Ich werde durchfallen. Und genau das ist passiert.

Nicht überraschend, denn unbewusst hatte ich mich genau darauf vorbereitet. Ich hatte die Horrorgeschichten über diese Prüfung geglaubt und mich in Theorien verstrickt, statt aktiv zu üben. Ich wollte nicht merken, dass ich es vielleicht nicht konnte – und habe mich damit selbst sabotiert.

Doch dieses Erlebnis führte zu einer wichtigen Erkenntnis: Mein Scheitern lag nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an meiner Einstellung. Ich habe es mir nicht zugetraut. Ich dachte, ich bin nicht begabt genug. Und das habe ich mir unbewusst durch mein Handeln selbst bewiesen, Diese sogenannte selbsterfüllende Prophezeiung ist ein mächtiger psychologischer Mechanismus. Und der Schlüssel, um aus diesem Kreislauf auszubrechen, ist Selbstwirksamkeit.

2. Warum Selbstwirksamkeit so entscheidend ist

Wissenschaftliche Studien zeigen: Menschen mit einer hohen Selbstwirksamkeit sind erfolgreicher – und das unabhängig von ihren eigentlichen Fähigkeiten. Denn wer an sich glaubt,

  • geht Herausforderungen mutiger an,

  • gibt bei Rückschlägen nicht sofort auf,

  • sucht aktiv nach Lösungen,

  • bleibt motivierter und erzielt langfristig bessere Ergebnisse.

Das Gute ist: Selbstwirksamkeit ist trainierbar. Du kannst aktiv daran arbeiten, dein Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten zu stärken. Hier sind fünf konkrete Schritte, die dir dabei helfen.

3. Fünf Schritte, um deine Selbstwirksamkeit zu stärken

3.1 Erfolge und Misserfolge richtig interpretieren

Erfolge stärken deine Selbstwirksamkeit – aber nur, wenn du sie dir selbst zuschreibst. Wenn du nach einer guten Note denkst: „Das war nur Glück“ oder „Die Klausur war einfach“, dann schwächst du deine Überzeugung, durch dein eigenes Handeln etwas bewirken zu können. Stattdessen solltest du deine eigene Leistung anerkennen: „Ich habe mich gut vorbereitet und das hat sich ausgezahlt.“

Auch Misserfolge müssen nicht deine Selbstwirksamkeit zerstören. Entscheidend ist, wie du sie interpretierst. Die Psychologie spricht hier vom Attributionsmuster, also davon, wie du die Ursachen für Erfolge und Misserfolge zuordnest.

  • Extern & unveränderbar: „Der Prof war unfair.“ → Deine Selbstwirksamkeit bleibt niedrig, weil du keine Kontrolle hast.

  • Zufall: „Ich hatte Pech, es kamen die falschen Fragen dran.“ → Auch hier fühlst du dich machtlos.

  • Intern & unveränderbar: „Ich bin einfach nicht schlau genug.“ → Du schreibst es dir selbst zu, aber als etwas, das nicht veränderbar ist.

  • Intern & veränderbar: „Ich habe nicht genug geübt.“ → Diese Interpretation stärkt deine Selbstwirksamkeit, weil du das nächste Mal aktiv etwas ändern kannst.

👉 Tipps:

  1. Analysiere deine erfolge und Misserfolge in Hinblick auf die Frage: Was war hier meine aktive Rolle?
  2. Führe ein Erfolgstagebuch. Notiere regelmäßig, was du durch dein eigenes Handeln erreicht hast – das hilft dir, deinen Fortschritt bewusst wahrzunehmen und deine Erfolge richtig zuzuordnen.

3.2 Lerne von Vorbildern

Unsere Selbstwirksamkeit wird stark durch unser Umfeld geprägt – besonders in unserer Kindheit. Wenn du als Kind oft gehört hast, dass das Leben schwer ist oder dass du Dinge „einfach nicht kannst“, dann kann es sein, dass du ein geringes Selbstwirksamkeitsgefühl entwickelt hast.

Hattest du jedoch Vorbilder – Eltern, Lehrer:innen oder Geschwister –, die Herausforderungen aktiv angingen und dir vorlebten, dass man durch Übung besser wird, dann hast du gelernt, dass du Dinge beeinflussen kannst. Sich dieser Prägung bewusst zu werden, hilft dir, alte Glaubenssätze zu hinterfragen.

👉 Tipp: Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren und motivieren. Suche dir Mentor:innen oder Vorbilder – das können auch Personen aus Büchern, Podcasts oder Videos sein –, die bereits das erreicht haben, was du anstrebst.

3.3 Achte auf deine Sprache

Nicht nur, wie du mit dir selbst sprichst, beeinflusst deine Selbstwirksamkeit – sondern auch, was du von anderen über dich gehört hast. Sätze wie „Mathe liegt dir einfach nicht“ oder „Du bist halt kein kreativer Mensch“ setzen sich oft tief in unserem Unterbewusstsein fest.

Diese negativen Glaubenssätze stammen häufig aus unserer Kindheit oder Jugend. Wenn du erkennst, welche Botschaften du übernommen hast, kannst du bewusst dagegensteuern und neue, positive Überzeugungen entwickeln.

👉 Tipp: Achte darauf, welche inneren Überzeugungen du mit dir trägst – und ersetze sie durch konstruktive, förderliche Gedanken.


3.4 Nutze deine Emotionen als Antrieb

Hast du vor einer Prüfung Herzklopfen, zittrige Hände oder einen trockenen Mund? Früher hätte ich gedacht: „Ich bin viel zu nervös – das wird nichts!“ Aber in Wahrheit bereitet sich dein Körper darauf vor, Höchstleistungen zu erbringen. Dein Herz schlägt schneller, dein Gehirn wird mit mehr Sauerstoff versorgt – dein Körper gibt dir Energie.

Wenn du diese Aufregung als positive Aktivierung interpretierst, wird sie dir helfen, statt dich zu blockieren. Statt „Ich bin nervös“ kannst du dir sagen: „Mein Körper gibt mir gerade die Kraft, die ich brauche, um mein Bestes zu geben.“

👉 Tipp: Beobachte deine körperlichen Reaktionen und Emotionen. Mit welchen gedanken verbindest du sie und sind diese absolut wahr? Reflektiere das immer wieder für dich bewusst. 

3.5 Setze deine Stärken gezielt ein

Die Positive Psychologie geht davon aus, dass wir unser volles Potenzial nicht durch das Minimieren von Schwächen, sondern durch das bewusste Nutzen unserer Stärken entfalten.

Vielleicht bist du gut darin, Dinge zu organisieren – dann nutze diese Fähigkeit für dein Lernmanagement. Oder du bist kommunikativ? Dann erkläre anderen den Lernstoff, um ihn selbst besser zu verstehen. Wenn du deine Stärken gezielt einsetzt, wirst du automatisch erfolgreicher und selbstwirksamer.

👉 Tipp: Schreibe eine Liste deiner Stärken auf und überlege, wie du sie gezielt in deinem Studium oder Beruf einsetzen kannst.

4. Fazit: Du bestimmst deine Selbstwirksamkeit

Selbstwirksamkeit ist einer der wichtigsten Faktoren für Erfolg – und das Beste daran: Du kannst sie aktiv stärken.

🔹 Reflektiere deine Erfolge und Misserfolge bewusst.
🔹 Werde dir deiner Prägungen aus der Kindheit bewusst.
🔹 Achte auf deine Sprache und innere Überzeugungen.
🔹 Nutze deine Emotionen als Treibstoff statt als Blockade.
🔹 Setze deine Stärken gezielt ein.

Am Ende entscheidest du, ob du dich als Gestalter:in deines Lebens siehst oder als jemand, der äußeren Umständen ausgeliefert ist. Die gute Nachricht ist: Du kannst mehr, als du denkst. Fang heute an, daran zu glauben!

Kathi Moldan Coach fuer Studenten und Schülerinnen und Schüler

Hey, ich bin Kathi!

Ich unterstütze Studierende & SchülerInnen dabei, nicht nur produktiver zu lernen, sondern dies vor allem mit mehr Gelassenheit und Zuversicht zu tun.

Erfahre, wie du durch ein gesundes Selbstvertrauen und einen gesunden Lebensstil ein glückliches (Studien-)Leben führen kannst!

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